Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen haben die EU-Mitgliedsstaaten heute dem Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay zugestimmt. Der Minister betonte: „Freihandelsabkommen sind die richtige Antwort auf die US-Zollpolitik. Europa demonstriert damit seine Handlungsfähigkeit in einer sich verändernden Welt. Wir setzen auf eine starke Wirtschaft und eine regelbasierte internationale Ordnung.“
Mit der heutigen Weichenstellung entsteht eine der größten Freihandelszonen der Welt, die über 780 Millionen Menschen umfasst. Schrittweise werden künftig mehr als 90 Prozent der Zölle entfallen. Studien zufolge könnten die Exporte der EU dadurch um bis zu 45 Prozent steigen – ein erheblicher Wachstumsschub, von dem insbesondere der Mittelstand in Deutschland durch Einsparungen in Milliardenhöhe profitieren wird. Die Mercosur-Länder sind bereits jetzt zentrale Handelspartner Deutschlands, sodass auch die exportorientierte hessische Wirtschaft von verbesserten Marktzugängen, sinkenden Handelsbarrieren und klaren Wettbewerbsregeln profitieren wird.
Große Freihandelszone mit Wachstumspotenzial
Hessens Europaminister betont die Bedeutung des Abkommens: „Das Mercosur-Abkommen ist ein Meilenstein für den Wirtschaftsstandort Hessen. Es schafft neue Chancen durch bessere Marktzugänge, den Abbau von Zöllen und verbindliche Regeln für fairen Wettbewerb. Wenn wir von einer regelbasierten internationalen Ordnung sprechen, dann sind es genau solche Abkommen, die diese Prinzipien mit Leben füllen. Dass die Verhandlungen 25 Jahre gedauert haben, unterstreicht die Komplexität – doch die heutige Entscheidung kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. In einer Phase globaler Unsicherheiten und wirtschaftlicher Herausforderungen stärkt das Abkommen unsere Position und zeigt: Europa handelt.“
Nach der Entscheidung der EU-Mitgliedsstaaten muss nun noch das Europäische Parlament dem Abkommen zustimmen. Der Minister dazu: „Die EU muss weltpolitikfähig werden. Jetzt liegt der Ball im Feld des Europäischen Parlaments. Ich appelliere an die Abgeordneten: Nutzen wir diese Chance für Europa! Das Mercosur-Abkommen ist ein wichtiges Signal für fairen Handel und wirtschaftliche Stärke. Mercosur steht für ein Europa, dass nicht ausgespielt wird, sondern aus eigener Kraft die Regeln unserer Welt selbst gestalten kann.“
Hintergrund zum Mercosur-Abkommen
Die Verhandlungen mit dem Mercosur begannen bereits 1999. Seit dem politischen Abschluss der Verhandlungen im Jahr 2024 führte die Kommission intensive Gespräche um Widerstände in den Mitgliedstaaten zu überwinden.
Der Mercosur („Mercado Común del Sur”) ist ein regionaler Binnenmarkt in Südamerika, gegründet 1991 durch den Vertrag von Asunción. Gründungsmitglieder sind Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Seit Juli 2024 gehört auch Bolivien als Vollmitglied dazu. Assoziierte Mitglieder sind Chile, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Peru und Suriname.