Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Landesregierung sensibilisiert für Vorsorge, Selbstschutz und Krisenprävention

Roman Poseck: „Resilienz ist ein unverzichtbarer Baustein der Hessischen Sicherheitsarchitektur. Die aktuelle Sicherheitslage erfordert von uns allen konsequente Vorbereitung auf Krisenereignisse. Mit der Resilienzwoche geht die Hessische Landesregierung hier mit gutem Beispiel voran.“

Ob Sabotage, Spionage, Cyberangriffe, Naturkatastrophen oder Energieengpässe – Krisen sind keine abstrakten Szenarien mehr, sondern können erhebliche Auswirkungen auf unseren Alltag und unsere Sicherheit haben. Daher werden Krisenvorsorge, Resilienz und Selbstschutz immer wichtiger. Einsatzkräfte und Zivilbevölkerung müssen sich an die neue Bedrohungslage anpassen. Auch die Behörden treffen beispielsweise über die länder- und ressortübergreifende Krisenmanagementübung im November – kurz: LÜKEX – Vorkehrungen zur Sicherung von Resilienzkompetenzen. Vorbereitung ist hier der Schlüssel.

Unter Federführung des Innenministeriums führt die Hessische Landesregierung ab dem 7. September eine Resilienzwoche durch. Im Mittelpunkt steht dabei die Sensibilisierung für Krisenprävention und die angemessene Vorsorge in der Bevölkerung. Eine Woche lang informiert das Innenministerium zu Themen wie dem Packen eines Notfallbeutels oder das richtige Anlegen von Vorräten. Innenminister Roman Poseck besucht in diesem Rahmen unter anderem Schulen, Kommunen und Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur, um die Aufmerksamkeit für das Thema Resilienz zu erhöhen. Begleitet wird die Resilienzwoche von einer ressortübergreifenden Social-Media-Kampagne.

Weichen sind gestellt

Innenminister Roman Poseck erklärt in der Aktuellen Stunde anlässlich der Resilienzwoche im Hessischen Landtag: „Die Sicherheitslage ist angespannt. Die vielfältigen Herausforderungen von innen und von außen bedrohen unsere Sicherheit gleichzeitig und kumulativ. Seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine gerät auch die Kritische Infrastruktur immer mehr in den Fokus. Sabotage, Spionage und Cyberangriffe stellen eine zunehmende Bedrohung dar. Das hybride Anschlagsszenario auf den Leipziger Flughafen im August zeigt eine neue Dimension. Russland wird immer aggressiver. Putin kennt offensichtlich keine Grenzen mehr.  

Auch die Anschläge auf Stromnetze in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen nehmen wir ernst. Unsere Sicherheitsbehörden sind wachsam und unternehmen alles, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten. Klar ist aber auch, dass es keine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Dennoch haben wir bereits in den vergangenen zwei Jahren mit dem neuen Polizeirecht und der Novellierung des Verfassungsschutzgesetzes die Weichen für mehr Befugnisse unserer Sicherheitsbehörden gestellt. Auch mit der kürzlich gegründeten Spionageabwehreinheit im Landesamt für Verfassungsschutz haben wir auf die aktuellen Entwicklungen reagiert. Diese Maßnahmen sind richtig und wichtig, doch es bedarf auch der Resilienz und Krisenvorsorge. Um insbesondere die Bevölkerung noch mehr darauf aufmerksam zu machen, haben wir eine Resilienzwoche ausgerufen.

Gut auf Krisenfälle vorbereitet

Im Rahmen der Resilienzwoche werde ich verschiedene Termine wahrnehmen, um in der Schule, im Bürgergespräch und auch in der Kommune für die Eigenvorsorge und den Selbstschutz zu sensibilisieren. Es freut mich, dass wir den Handelsverband Hessen für eine landesweite Kooperation gewonnen haben, um speziell in Supermärkten für das Packen des Notvorrates zu informieren. Ich werde einen Markt in Frankfurt besuchen und selbst einen Notfallbeutel packen. Auch in der Luft spielt Resilienz und Vorsorge eine Rolle. Neben dem Besuch einer Windenrettungsübung werde ich auch einen Hubschrauberstreifenflug begleiten und mich über KRITIS informieren. Zudem freue ich mich, dass ich kommende Woche den ersten Kommunen ein Resilienz-Siegel überreichen darf. Das im März aufgesetzte KOMPASS-Programm ist auf viel Interesse in den Kommunen gestoßen, sodass bereits erste Maßnahmen umgesetzt worden sind. Diese werden wir in der nächsten Woche vorstellen und mit dem Siegel würdigen.

Hessen ist gut auf Krisenfälle vorbereitet: Unser ressortübergreifender Sicherheits- und Resilienzrat beschäftigt sich mit der Vorbereitung auf Krisen und der Steigerung der Widerstandfähigkeit von KRITIS. Er sorgt dafür, dass die einzelnen Maßnahmen des Landes ineinandergreifen. Die in dem Gremium erarbeitete Resilienzstrategie identifiziert Schwachstellen, stellt die staatliche Handlungsfähigkeit in Krisenlagen sicher und steuert das Handeln insgesamt. Zahlreiche konkrete Maßnahmen wurden bereits angestoßen oder umgesetzt, etwa in der zivilen Alarmplanung, der technischen Behördenkommunikation oder der Orientierung an Referenzszenarien. Darüber hinaus haben wir zu aktuellen Sicherheitsthemen einen ,Gemeinsamen Sicherheitsdialog‘ mit Vertretern hessischer Ministerien, Sicherheitsbehörden, der Bundeswehr und US-Streitkräfte sowie der Wirtschaft initiiert. Daneben bringen wir seit 2019 Betreiber kritischer Infrastrukturen an einem Runden Tisch KRITIS zusammen, um Informationen, Erfahrungen und bewährte Verfahren auszutauschen und resilienzsteigernde Maßnahmen voranzubringen.

Sicherheitslage erfordert Umdenken

Für den Ernstfall ist der hessische Katastrophenschutz gut gerüstet. Seit 2008 haben wir über 100 Millionen Euro investiert und die Zahl der Landesfahrzeuge von unter 300 auf rund 900 mehr als verdreifacht. Mit Blick eines großflächigen, langandauernden Stromausfalls haben wir im Katastrophenschutz gezielt vorgesorgt und unter anderem mobile Notstromaggregate und Sondereinsatzmittel wie Großstromaggregate beschafft. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt kann heute auf ein Großstromaggregat zur Unterstützung von KRITIS als auch auf kleinere Stromaggregate zur Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit unserer Katastrophenschutzeinheiten zugreifen. Ein weiteres Beispiel für die Vorbereitung auf Stromausfälle ist die Förderung der Notstromertüchtigung von Feuerwehrhäusern in Hessen durch das Land.

Darüber hinaus fördert die Hessische Landesregierung den Ausbau des Sirenennetzes durch die Kommunen. Auch Warnapps wie NINA kommen in Krisensituationen zum Einsatz, um die Bevölkerung zu informieren. Kommende Woche Donnerstag findet der bundesweite Warntag statt, um Informationsquellen zu testen.

Die Resilienzwoche haben wir seit längerem geplant, doch sie ist aktueller denn je. Die Sicherheitslage erfordert ein Umdenken in der Bevölkerung. Jeder kann und sollte sich für den Ernstfall vorbereiten. Darauf wollen wir kommende Woche ressortübergreifend aufmerksam machen.“

Termine von Staatsminister Roman Poseck im Rahmen der Resilienzwoche

Station 1:

09:30 – 10:30 Uhr: Besuch der Diemeltalschule und ihrer „Feuerwehr-AG“ im Rahmen der Resilienzwoche mit Kultusminister Armin Schwarz

Adresse: Diemeltalschule Usseln, Schulstraße 2, 34508 Willingen-Usseln

Station 2:

11:45 bis 12:30 Uhr: Begrüßung der Stadt Stadtallendorf als KOMPASS-Resilienz Kommune und Verleihung des KOMPASS-Siegels

Adresse: Stadthalle Stadtallendorf, Bahnhofstr. 2, 35260 Stadtallendorf

Station 3:

14:00 bis 14:45 Uhr: Begrüßung der Stadt Geisenheim als KOMPASS-Resilienz Kommune

Adresse:  Haus der Sicherheit und Resilienz, Winkeler Straße 132, 65366 Geisenheim

Station 1:

09:45 bis 10:30 Uhr: Besuch einer neuen Regieeinheiten Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) bei einer Katastrophenschutzfortbildung

Adresse: Zentrale Leitstelle Main-Taunus, Katharina-Kemmler-Str. 1, 65719 Hofheim am Taunus

Station 2:

17:30 bis 18:15 Uhr: Übergabe des Zuwendungsbescheids für ein Einsatzleitwagen (ELW 1) an die Gemeinde Helsa für die Freiwillige Feuerwehr Helsa

Adresse: Feuerwehrhaus, Berliner Str. 16, 34298 Helsa

Station 1:

09:30 bis 10:30 Uhr: Kooperation mit dem Handelsverband: Nahezu alle hessischen Landkreise werden in der Resilienzwoche in REWE-Märkten das Thema der Eigenvorsorge in den Mittelpunkt stellen. Die teilnehmenden Märkte und terminhinweise finden Sei im Anhang.

Heimatschutzminister Roman Poseck besucht den REWE-Markt Alamyaar in Frankfurt und stellt einen Notvorrat zusammen.

Adresse: REWE-Markt Alamyaar, Thudichumstraße 18-22, 60489 Frankfurt am Main

Station 2:

13:15 bis 14:15 Uhr: Podiumsdiskussion im Rahmen der Abschlussveranstaltung der Katastrophenschutz-Übung

Adresse: Feuerwache 1 (Mehrzweckhalle), Feuerwehrstr. 1, 60435 Frankfurt

Station 3:

15:45 Uhr: Pressestatement nach Hubschrauberstreifenflug über KRITIS-Einrichtungen und über die aktuelle Sicherheitslage

Adresse: Polizeipräsidium Westhessen, Konrad-Adenauer-Ring 51, 65187 Wiesbaden, Treffpunkt Hubschrauberplatz

Station 4:

17:00 bis 18:00 Uhr: GEFMA-Tag Hessen 2026 zu KRITIS

Adresse: Kloster Eberbach, Kloster-Eberbach-Str. 1, 65346 Eltville

Station 1:

09:30 bis 10:15 Uhr: Begrüßung der Stadt Rödermark als KOMPASS-Resilienz Kommune

Adresse: Rathaus Ober-Roden, Dieburger Straße 13-17, 63322 Rödermark

Station 2:

11:00 bis 11:45 Uhr: Bescheidübergabe für mehr Sicherheit bei Veranstaltungen an Riedstadt

Adresse: Rathaus, Rathausplatz 1, 64560 Riedstadt-Goddelau

Station 1:

09:30 bis 10:30 Uhr: Feierliche Übergabe von 26 Sonderanhängern Betreuung und 26 Sonderanhängern Versorgung des Katastrophenschutzes sowie 3 Abrollbehälter Tankstelle des Katastrophenschutzes an Einheiten des Katastrophenschutzes

Adresse: Schlossplatz, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden

Station 2:

11:00 bis 12:15 Uhr: Besuch einer Windenrettungsübung in Nieder-Beerbach

Konkrete Adresse wird nach Anmeldung zugesendet.

Station 3:

13:00 bis 14:00 Uhr: Grußwort anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Jugendfeuerwehr Eppstein-Niederjosbach

Adresse: Freiwillige Feuerwehr, Bahnstr. 15-19, 65817 Eppstein

Station 4:

15:00 bis 16:00 Uhr: Grußwort anlässlich der Einweihung des Feuerwehrhauses der Freiwilligen Feuerwehr Zwingenberg-Rodau und Übergabe eines Fahrzeuges (TSF-Wasser).

Adresse Feuerwehrgerätehaus, Zwingenberger Str. 5, 64673 Zwingenberg-Rodau

Station 1:

11:30 bis 12:30 Uhr: Akademische Feier der Freiwilligen Feuerwehr Königstein im Taunus anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens

Adresse: Haus der Begegnung, Bishof-Kaller-Str. 3, 61462 Königstein im Taunus

Station 2:

15:00 bis 15:45 Uhr: Bescheidübergabe für den Neubau des Feuerwehrhauses in Dautphetal

Adresse: Rathaus Dautphe, Hainstraße 1, 35232 Dautphetal