4,8 Millionen Euro stellt das Land Hessen aus dem Förderprogramm Distr@l bereit, weitere 3,2 Millionen Euro stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Förderphase läuft bis Ende 2028 und sichert die Finanzierung des zukunftsweisenden Vorhabens.
Die Hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus erklärte: „Innovation macht Zukunft – das ist unser Motto. Deshalb haben wir mit unserer Förderung die wesentliche finanzielle Grundlage für den Aufbau des Hessischen Drohnenkompetenzzentrums geschaffen. Am Kassel Airport werden in Zukunft innovative Drohnentechnologien unter realen Bedingungen in der Mitte Deutschlands erprobt und in die Anwendung gebracht. Die aktuellen internationalen Entwicklungen im Bereich unbemannter Luftfahrtsysteme zeigen, wie wichtig entschlossenes Handeln hier ist. Damit stärken wir Hessens Innovationskraft und unsere technologische Souveränität.“
Drohnen werden bereits zum Schutz Kritischer Infrastrukturen, im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz sowie in der Logistik eingesetzt. Gleichzeitig können unbemannte Luftfahrtsysteme selbst Teil hybrider Bedrohungen sein. Das Hessische Drohnenkompetenzzentrum schafft die Voraussetzungen, um neue Technologien für Drohnendetektion, Lagebilderstellung und Drohnenabwehr unter realen Einsatzbedingungen zu entwickeln und zu erproben sowie ihre Anwendung durch Training und Qualifizierung vorzubereiten und sie gemeinsam mit den späteren Anwendern schneller in den Einsatz zu bringen.
Der Kassel Airport als Reallabor
Bislang fehlten häufig geeignete Erprobungsräume, in denen neue Technologien gemeinsam mit ihren späteren Anwendern unter realen Betriebs- und Sicherheitsbedingungen getestet werden können. Genau hier setzt das HDKZ an. Der Kassel Airport bietet dafür eine einzigartige Testumgebung: Als aktiver Verkehrsflughafen ermöglicht er, innovative Drohnentechnologien direkt in reale Betriebs- und Sicherheitsprozesse zu integrieren und unter Praxisbedingungen zu erproben. Dieser unmittelbare Transfer aus der universitären Forschung in den realen Flugbetrieb ist ein Alleinstellungsmerkmal des Standorts und verschafft dem hessischen Projekt eine technologische Vorreiterrolle.
Der Hessische Finanzstaatssekretär Dr. Till Kaesbach, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen GmbH Kassel, hob hervor: „Der Kassel Airport verfügt über die Infrastruktur, um Drohnentechnologien in die Betriebsabläufe eines Verkehrsflughafens einzubinden und unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben. Das Kompetenzzentrum ist damit ein wichtiger Baustein für die strategische Weiterentwicklung des Flughafens. Zugleich setzen wir neue Impulse für den Wirtschafts- und Technologiestandort Nordhessen.“
Technologien gemeinsam zur Anwendung bringen
Im HDKZ werden in Zukunft Wissenschaft, Unternehmen, Start-ups, Behörden, Sicherheitsorganisationen und Betreiber Kritischer Infrastrukturen gemeinsam neue Technologien erproben und weiterentwickeln. Dabei sollen auch die Themen Drohnen und Robotik zusammen gedacht werden. Unternehmen können ihre Technologien am Flughafen erproben und dabei praktische sowie regulatorische Anforderungen von Beginn an berücksichtigen. Die Erkenntnisse aus Forschung und Erprobung sollen auch für Training und Qualifizierung genutzt werden.
Prof. Dr. Michèle Knodt, Direktorin des Hessischen Drohnenkompetenzzentrums, betonte: „Die Innovationszyklen im Bereich unbemannter Luftfahrtsysteme haben sich in den vergangenen Jahren dramatisch verkürzt. Entscheidend ist deshalb nicht nur, neue Technologien zu entwickeln, sondern sie gemeinsam mit den späteren Anwendern frühzeitig zu erproben, kontinuierlich weiterzuentwickeln und deutlich schneller in die Praxis zu bringen. Genau dafür schaffen wir mit dem HDKZ eine bundesweit einzigartige Infrastruktur.“
Innovations- und Transferökosystem
Mit dem HDKZ entsteht am Kassel Airport ein Innovations- und Transferökosystem, das Wissenschaft, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Betreiber Kritischer Infrastrukturen dauerhaft miteinander vernetzt. Ziel ist es, den Standort als Reallabor für Drohneninnovation und als führendes Zentrum für Forschung, Erprobung, Qualifizierung und Transfer zu etablieren.
Die feierliche Bescheidübergabe wurde von einer Fachausstellung begleitet. Unternehmen und Institutionen zeigten dort innovative Drohnentechnologien.