Hessisches Ministerium der Finanzen

Hessen und Rheinland-Pfalz rüsten sich gemeinsam für die Zukunft

Die Steuerverwaltungen der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz intensivieren ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Informationstechnologie. Ihre Finanzministerien haben eine Kooperationsvereinbarung für eine langfristige und partnerschaftliche Zusammenarbeit geschlossen. Mit der Bereitstellung von Rechenzentrumsflächen durch Hessen für Rheinland-Pfalz beginnt die Umsetzung.

Zitate Hessens Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz:

„Der Einsatz von modernen Informationstechnologien stärkt die Leistungsfähigkeit der Verwaltung und kommt damit auch und gerade den Bürgerinnen und Bürgern zugute. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz können wir zukünftig noch effektiver auf gemeinsame Herausforderungen reagieren, in dem wir beispielsweise IT-Kompetenzen besser bündeln und bei Fragen der IT-Sicherheit stärker kooperieren.“

„Der moderne Staat ist ohne den verantwortungsvollen Einsatz von Informationstechnologien nicht denkbar. Länderübergreifende Kooperationen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, staatliche Strukturen zu verschlanken und die hohe Qualität unserer Arbeit auch zukünftig zu gewährleisten.“

Zitat Finanzministerin des Landes Rheinland-Pfalz Doris Ahnen:

„Eine leistungsfähige und sichere IT ist das Rückgrat einer modernen Steuerverwaltung. Mit der Kooperation schaffen wir die Voraussetzungen, vorhandene Ressourcen noch effizienter zu nutzen, die Betriebssicherheit unserer Rechenzentrumsinfrastruktur weiter zu erhöhen und die Herausforderungen der digitalen Transformation gemeinsam zu bewältigen. Die Zusammenarbeit mit Hessen ist ein wichtiger Schritt hin zu einer noch stärkeren Vernetzung der Länder im Bereich der Steuer-IT.“

Gemeinsames Zitat Lorz/Ahnen:

„Die Herausforderungen der Digitalisierung machen selbstverständlich nicht an unseren Landesgrenzen halt. Dort, wo Kooperationen Vorteile schaffen, möchten wir sie deshalb auch nutzen. Das gemeinsame Ziel: Zukünftig noch stärker voneinander profitieren zu können – für weiterhin modern aufgestellte, krisensichere und effiziente Steuerverwaltungen in beiden Ländern.“

Fragen und Antworten

Die Steuerverwaltungen in Deutschland stehen – dies bringt die digitale Transformation mit sich – vor stetig steigenden Anforderungen an die Verfügbarkeit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit ihrer IT-Systeme. Neue Technologien, kontinuierlich steigende Cyber-Sicherheitsanforderungen sowie der Wettbewerb um qualifizierte IT-Fachkräfte erfordern neue Formen der Zusammenarbeit. Die Kooperation zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen schafft hierfür einen verlässlichen Rahmen und eröffnet Perspektiven für weitere gemeinsame Vorhaben.

Die Kooperation ist ausdrücklich langfristig angelegt und soll schrittweise auf verschiedene Themenfelder ausgeweitet werden. Beide Länder sehen insbesondere in innovativen Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Automatisierung im Besteuerungsverfahren sowie bei der Cloud-Infrastruktur großes Potenzial für gemeinsame Projekte. Beide Länder verstehen die Vereinbarung als Ausdruck eines modernen Föderalismus, der auf Zusammenarbeit, Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung basiert.

Hessen stellt Rheinland-Pfalz zukünftig über 400 Quadratmeter Rechenzentrumsflächen in Frankfurt zur Verfügung. Dadurch wird die Unterbringung von rheinland-pfälzischer Hardware in externen, das heißt hessischen Räumlichkeiten ermöglicht (sogenanntes Housing). Hessen wird sich zukünftig in die Betreuung der Flächen (z. B. bei der Stromversorgung) mit einbringen. Die Betreuung der Daten und der Rechner erfolgt durch Rheinland-Pfalz selbst. Mit dem Beginn der Vorbereitungen für das erste gemeinsame Projekt im Juli 2026 startet nun die praktische Umsetzung. Im laufenden Jahr werden die Flächen für den Umzug von Koblenz nach Frankfurt vorbereitet. Der Umzug soll im kommenden Jahr beginnen und bis zum Sommer 2027 abgeschlossen sein. Durch das Projekt erzielen die beiden Steuerverwaltungen Synergien bei der Betriebsinfrastruktur und erhöhen die Betriebs- und Informationssicherheit. 

Mit der neuen strategischen Kooperation erfolgt nun erstmals eine vertiefte bilaterale Zusammenarbeit beider Steuerverwaltungen. Sie arbeiten aber bereits im KONSENS-Verbund zusammen. Der KONSENS-Verbund (Koordinierte Neue Software-Entwicklung der Steuerverwaltung) ist der größte IT-Verbund der deutschen öffentlichen Verwaltung. Der Bund und alle 16 Länder entwickeln hierbei gemeinsam eine einheitliche und moderne Software für alle Finanzämter, um Steuerprozesse effizienter und digitaler zu gestalten. 

Ja. Hessen kann bei der Ausgestaltung der Kooperation mit Rheinland-Pfalz auf Erfahrungen aus der bereits seit 2018 bestehenden intensiven Zusammenarbeit mit Thüringen zurückgreifen. Auch Thüringen hat bereits mit hessischer Unterstützung Teile seines Rechenzentrumsbetrieb nach Hessen verlagert. Die Kooperation zeigt, dass eine verlässliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der steuerlichen IT beider Länder leisten kann, und bildet zugleich eine wertvolle Grundlage für die Entwicklung weiterer länderübergreifender Kooperationsmodelle.

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